Monat: März 2019

Anderen gut tun

Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem was ich gerade mache und blicke etwas fragend auf das Land  Art Werk, das da im Schloßpark von Wolkersdorf entsteht – die Blätter, die ich um den Baum geordnet habe, sehen nicht so aus, wie ich das erwartet habe; auch die Farbe kommt nicht so gut zur Geltung.

Ich bin dabei die letzten Blätter, die ich gesammelt habe, noch dazu zu legen, als ein Mann sich an den Rand der Wiese näherte und mich fragt ob er näher kommen darf.

Ich habe ihn schon sitzen sehen auf einer Bank nicht weit von mir entfernt. Jetzt sagt er, dass er mir schon länger zugesehen hat. Ich bin etwas verlegen, weiß nicht genau was ich sagen soll. „Mmm, ist nicht so gelungen wie ich wollte“ sagte ich lächelnd und den Kopf wiegend. Der Mann dreht sich zu mir, sieht mich an und sagt: „Ich möchte mich gern bei dir bedanken. Dir zuzusehen hat so gut getan. Mir geht es gerade nicht so gut und dir zuzusehen wie du da arbeitest, hat mir so gut getan. Deshalb möchte ich dir danke sagen“.

Ich bin sehr berührt. Auch ein bißchen verlegen. Ich bedanke mich bei ihm für seine Worte.

Wir kommen dann in ein nettes Gespräch – er ist auch Künstler, macht Musik und hat gerade so eine Blockade, erzählt er. Er wirkt für mich sehr sicher in seiner Art wie er über Kunst redet. Wir haben dann Telefonnummern ausgetauscht um in Kontakt zu bleiben. Er hat auch mein Land  Art Werk fotografiert und mir das Foto später geschickt.

Das ist ein großes Kompliment, das ich da bekommen habe – die Rückmeldung zu bekommen, dass mein Tun gut tut; dass es jemand anderen gut tut, mir bei meinem Land Art Tun zuzusehen. Ich denke mir, wenn mir das gelingt, dann macht mein Tun Sinn. Und ich weiß, das möchte ich. Das macht mein Tun wertvoll. Für mich und andere.