Monat: November 2016

Verantwortung

Manchmal lasse ich mir Zeit über etwas, das ich neu erlebt habe, zu reden bzw. zu schreiben. Ich muss erst für mich selbst sicher sein, was das ist, was da passiert ist, muss es erst erfahren und durcharbeiten. Das habe ich in den letzten Tagen gemacht und möchte versuchen es hier in Worte zu fassen um es auch so nochmal klarer für mich zu kriegen.

Es war an dem Morgen am Donnerstag nach dem Feiertag (26.), erster Arbeitstag nach ein paar Tagen frei. Ich erinnere mich, dass die Unzufriedenheit über viele Dinge in meinem Leben wieder relativ stark da war, v.a. über die Arbeit. Und ich habe mir eigentlich vorgenommen an diesem Donnerstag zu kündigen. Ich bin auch an diesem Tag mit einem allgemeinen „Ich mag nicht…“ aufgestanden, bißchen missmutig, innerlich leer, müde. Es passierte während dem Tun, plötzlich – so erscheint es mir – „kam da ein Gedanke“ und in meinem Kopf formte sich der Satz:

So, ich übernehme heute die Verantwortung für mein Wohlbefinden.“

„Nur für heute. Nur für diesen einen Tag.“

Und es war nicht nur dieser Satz, sondern es stellte sich auch ein Gefühl dazu ein. Ich fühlte: ja, das passt. Das fühlt sich gut an. Das kann ich.

Besser kannn ich es leider nicht beschreiben. Jedenfalls änderte sich daraufhin meine ganze Stimmung, meine Wahrnehmung. Ich spürte wie sich mein ganzes System entspannte und wie es ruhig wurde in mir. Eine sehr sehr wohltuende Ruhe.

Mit dieser Ruhe bin ich dann zur Arbeit gefahren und schon auf dem Weg dorthin habe ich bei bestimmten Situationen bemerkt, dass ich viel gelassener reagiere. Auch in der Arbeit: da war wieder ein Verhalten meiner Kollegin, das mir gar nicht passte, aber heute  blieb es in mir ruhig. Es traf mich nicht, es berührte mich nicht so, weil ich bei mir war. Ja, das wars: ich war bei mir. Bei mir und meiner Verantwortung, dass es mir gut geht. Faszinierend.

Ich hab mich sehr wohl gefühlt nach diesem Tag. Ich hab´s dann am Freitag genauso gemacht. Und die Tage darauf auch. „Für heute übernehme ich die Verantwortung über mein Wohlbefinden“ hab ich mit mir vereinbart. Und  ich habe bemerkt, dass ich viele Werkzeuge habe um dieses Wohlbefinden herzustellen. Einfache Dinge, nichts kompliziertes. Und ich brauch niemand anderen dazu!

Für manche von euch wahrscheinlich schon lange sonnenklar: Verantwortung für sich übernehmen…nichts besonderes…aber ich hab´s so noch nicht gekannt, ich hab´s noch nie wirklich gefühlt (offenbar. oder so ähnlich).

Ich weiß bis jetzt noch nicht wie und woher dieser Gedanke an diesem Donnerstag Morgen auf ein Mal kam…plötzlich war er da. Vielleicht ein Geschenk. Vielleicht ein Ergebnis aus meiner Arbeit an mir. Ich hab mittlerweile mit Freunden darüber geredet und ich weiß: ich hab mir damit meine Macht zurückgeholt. Das ist gut so. Danke.