Monat: Oktober 2016

Wann bitte…

…fange ich an zu leben!? Blöde Frage, oder?

There ist nothing to do…

Ja, aktueller Zusatz: „eigentlich“… „Eigentlich“ weil momentan stelle ich grad fest: uups! wieder mal in die „Ich muss dies und das noch machen, bevor…- Falle“ getappt.

Das heißt: ich glaube, oder richtiger: etwas in mir glaubt, dies und das sei noch zu tun, weil so wie es ist, so passt es nicht. So wie  es ist, so ist es zu wenig. Ein Gefühl von Unwohlsein entsteht. Und etwas in mir meint, dagegen etwas tun zu müssen; es verbessern, es ändern zu müssen. An mir, an meinem Verhalten, an meinem Denken, an diversen Umständen und  Situationen, an meinem Leben.

Ok. Was passt mir grad nicht?

Meine Arbeit passt mir nicht; mein Verhalten, mein Aufteten in der Arbeit passt mir nicht. Meine Wohnsituation passt mir nicht (mehr).  Wie ich meinen Alltag lebe/erlebe passt mir auch nicht – in meinem Kopf male ich mir vieles anders aus, doch aus irgendeinem Grund komme ich da nicht hin…banales Beispiel: ich würde gern früher schlafen gehen – ich schaff es nicht. Morgens umgekehrt: früher aufstehen – unmöglich. Und so weiter, und so fort. Ich bemerke wieder die Zerrissenheit in mir zwischen einerseits meinen Alltag zu strukturieren und zu planen (und dabei zu bleiben) oder doch lieber momentanen Impulsen und Befindlichkeiten nachzugeben (und vom ursprünglich Geplanten abzugehen). (Puuh…na, wenn ich keine anderen Sorgen habe :)).

Kurz: ich habe wieder mal das tolle Gefühl, ich lebe am Leben vorbei; während ich tue um endlich zu leben, läuft das Leben so nebenbei ab. Und ich frage mich zum x-ten Mal: Wann, bitte, habe ich endlich das Gefühl, dass ich lebe!!???

Dann, wann ich endlich aus meinem Kopf in den Körper komme?

Dann, wann ich endlich meinen erfüllenden Job habe?

Dann, wann ich endlich weiß warum ich hier bin?

Dann, wann ich endlich meine Lebensträume und -ideen umsetze und lebe?

Wann????

Wann hört die Frage auf, die sich mir schon so oft und jetzt wieder stellt: „was will ich wirkllich beruflich tun?“; oder: „wie will ich wirklich leben?“.

Und während ich das schreibe, höre ich eine innere Stimme, die Antworten gibt auf diese Fragen…dass es darum geht auch diese Zustände + Gefühle anzunehmen und da sein zu lassen, da hinzuschauen; …dass es gilt in den Moment zu kommen; …dass ich achten soll worauf ich meine Aufmerksamkeit richte;…dass es darum geht still zu werden und nichts zu tun.

Ich weiß das. Und trotzdem lande ich immer wieder im Mangelbewussstsein – in dem Gefühl es fehlt noch etwas; ich brauch noch etwas.In einem Artikel habe ich kürzlich gelesen, dass Peter Sloterdijk genau das beschreibt mit dem Begriff des „indirekten Lebens“ – Zitat: „Man hat, bevor man >eigentlich lebt<, immer noch etwas anderes zu erledigen, noch eine Voraussetzung zu erfüllen, noch einen vorläufig wichtigeren Wunsch zu befriedigen, noch eine Rechnung zu begleichen. Und mit diesem Noch, Noch und Noch entsteht jene Struktur des Aufschubs und des indirekten Lebens, welche das System der maßlosen Produktion in Gang hält“. Bzw. das Gefühl des Mangels aufrecht erhält.